XP-PEN Innovator 16 – Grafiktablett Review

von Sep 26, 2021

Lesezeit: 24 Minuten
Vor Kurzem durfte ich mit dem Innovator 16 von XP-PEN* mein erstes Display-Grafiktablett auf Herz und Nieren prüfen.

 

Wie gut sich das Tablett zum digitalen Zeichnen eignet, welche Erfahrungen ich persönlich beim Testen gemacht habe und ob mich meinem bisherigen Grafiktablett, dem Wacom Intuos Pro M nun abschwöre, erfährst du in diesem Beitrag.

 

Hinweis: Das Innovator 16 wurde mir freundlicherweise kostenlos von XP-Pen zur Verfügung gestellt. Dieser Post selbst ist allerdings unbezahlt und beinhaltet neben der Werbung meine ehrliche Meinung.
 Intuos Pro & Deco Pro

Schnellübersicht — XP-PEN Innovator 16

Hier zunächst eine Übersicht zu den Spezifikationen des Innovator 16.

 

Hinweis: Da ich bisher kein anderes stationäres Display Tablett ausführlicher als auf Conventions getestet habe, kann ich dahingehend keinen weiteren Vergleich ziehen (selbst das Apple iPad lässt sich damit nur bedingt vergleichen. Warum erfährst du später im Beitrag). Dennoch siehst du in der Tabelle noch ein weiteres Tablett von der selben Firma – das Deco Pro M, welches ich ebenfalls vor kurzem getestet habe. Da es sich dabei um ein Stift-Tablett handelt, ist aber auch hier ein guter Vergleich nahezu unmöglich. Dennoch kann es eine gute Hilfe sein, solltest du dich zwischen den Tablett-Arten noch nicht entscheiden können.
Marke / Modell
XP-PEN Deco Pro Medium*
Art
Stift-Tablett
Farben
schwarz-silber
Größe
399.7 x 227 x 7-16.5mm (etwas länglicher)
Aktive Arbeitsfläche
278.9mm x 157mm
Bildschirm
nicht vorhanden
Auflösung
5080 lpi
Programmierbare Tasten
  • 8 Schnellzugriffstasten
  • 1 mechanisches Rad
  • 1 virtuelles Rad
  • Batterieloser Stift
    ja
    Drucksensitivität
    8192 Stufen
    Neigungssensitivität
    ja, 60 Grad
    RPS
    ≥ 200
    Kompatibilität
  • Windows 10/8/7 (32/64-Bit)
  • Mac OS x 10.10 & höher
  • Linux
  • Android
  • Anschluss
    nur mit Kabel (nimmt insgesamt weniger Platz weg)
    Lieferumfang
  • Stift-Grafiktablett Deco Pro M
  • Batterieloser Stift (mit 8 Ersatzspitzen)
  • Stifthalterung / Etui
  • USB zu Micro USB Adapter
  • USB-C auf USB Adapter
  • USB auf USB-C Adapter
  • Zeichenhandschuh
  • Kurzanleitung
  • Review
    Preis
    Marke / Modell
    XP-PEN Innovator 16*
    Art
    Display-Tablett
    Farben
    schwarz-silber
    Größe
    443.27 x 256.45 x 9mm (15,6 Zoll)
    Aktive Arbeitsfläche
    344.16 x 193.59mm
    Bildschirm
    Auflösung: 1920x1080 px / Farbraum: 92% Adobe® RGB, 88% NTSC, 125% sRGB
    Auflösung
    5080 lpi
    Programmierbare Tasten
  • 8 Schnellzugriffstasten
  • 1 mechanisches Rad
  • 1 virtuelles Rad
  • Batterieloser Stift
    ja
    Drucksensitivität
    8192 Stufen
    Neigungssensitivität
    ja, 60 Grad
    RPS
    Max ≥ 220
    Kompatibilität
  • Windows 10/8/7 (32/64-Bit)
  • Mac OS x 10.10 & höher
  • Linux
  • Chrome OS 88 (oder höher)
  • Anschluss
    nur mit Kabel (mehrere = HDMI, USB, Netzstecker / kleiner Kabelsalat)
    Lieferumfang
  • 15,6-Zoll-Display-Grafiktablett Innovator 16
  • Batterieloser Stift (mit 8 Ersatzspitzen)
  • Stifthalterung / Etui
  • 3-in-1-USB Kabel
  • Verlängerungskabel
  • Stromadapter
  • tragbarer Ständer
  • Zeichenhandschuh
  • Kurzanleitung
  • Review
    Preis

    Grafiktablett im Detail – XP-PEN Innovator 16

    Hier findest du einen ausführlicheren Bericht zu den wichtigsten 10 Merkmalen für das Grafiktablett.

     

    Hinweis: Ich vergleiche das Tablett ab und an mit dem Wacom Intuos Pro M, zu welchem du hier einen ausführlicheren Review findest und hier einen Vergleich zwischen dem Wacom Intuos Pro und dem XP-PEN Deco Pro M.

    1) Grafiktablett Art

    Wie in meinem Beitrag über meine top Grafiktablett Empfehlungen beschrieben, gibt es grundsätzlich 2 Arten von Grafiktabletts: Stift- und Display-Tabletts.

     

    Beim Innovator 16 handelt es sich um ein Display-Tablett. Das heißt, das Tablett dient dir nicht nur als Zeichenfläche, sondern auch gleichzeitig als Bildschirm, sodass du im Gegensatz zu einem Stift-Tablett auch genau an der Stelle zeichnest und hinschaust, wo auch deine Linien auf dem Display erscheinen. Das führt das Zeichnen an einem Display-Tablett näher an das traditionelle Zeichnen heran und unterstützt die natürliche Hand-Augen-Koordination, schlägt sich aber oft in höheren Kosten nieder.

     

    Doch auch hier benötigst du im Gegensatz zu einem All-in-one-Tablett, wie etwa dem Apple iPad, einen extra Computer. Gleichzeitig bist du von Leistung und den Möglichkeiten hier aber nicht vom Grafiktablett eingeschränkt, sondern dein Rechner liefert die Leistung und dein Tablett bietet einfach einen weiteren bezeichenbaren Bildschirm. So kannst du auch ganz normal alle Programme mit dem Tablett bedienen, die du auf deinem Rechner zur Verfügung hast. Daher lässt sich das iPad hier auch nicht gut mit dem Innovator 16 vergleichen.

     

    Ich persönlich habe seit über 12 Jahren bis zu diesem Test ausschließlich mit Stift-Tabletts gearbeitet und erst seit Kurzem verwende ich zusätzlich über das iPad ein All-in-one-Tablett mit Display.


    Welche Grafiktablett Art für dich die beste ist, lässt sich am Ende für dich nur durch direktes Testen herausfinden. In der Regel kann sich jeder an die Arbeitsweise mit dem Stifttablett gewöhnen und für Anfänger ist es allein wegen der Kosten auch oft die einzige Option. 

     

    Wenn du aber ein natürlicheres Zeichengefühl möchtest und bereit bist, etwas mehr zu zahlen, bist du sicherlich mit einem Display-Tablett wie diesem Innovator 16 besser beraten.
    intuos Pro (oben) & Deco Pro (unten)

    2) Design

    Als Gerät liegt das Grafiktablett für dich als digitaler Zeichner oft im Zentrum deines Arbeitsplatzes. Auch wenn die technischen Spezifikationen für eine gute Arbeit deutlich entscheidender sind, solltest du dich daher auch rein optisch damit wohlfühlen.


    Das Innovator 16 von XP-PEN hat mich hier definitiv durch sein elegantes und stabil wirkendes Design in den Farben Silber und Schwarz überzeugt. Es wurde 2020 sogar mit dem Contemporary Good Design Award von Red Dot ausgezeichnet und ist laut Herstellerangaben aktuell das schlankste Grafiktablett der Branche mit einem 9-mm-Profil.


    Allerdings kann ich nicht behaupten, dass es das Tablett, wie es vermarktet wird, dadurch besser zum Zeichnen für unterwegs macht. Doch mehr dazu später.
    Schreibtisch mit Deco Pro

    3) Größe & Display

    Im Gegensatz zu anderen Stift-Grafiktablett-Modellen wie dem Deco Pro von XP-PEN oder dem Wacom Intuos Pro, kommt das Innovator 16 von XP-PEN nicht in mehreren Größen-Varianten, sondern in einer Einheitsgröße, die insgesamt etwas größer ist als das Deco Pro M. Das entspricht in der Breite circa einem DIN A3 Zeichenpapier und in der Höhe einige Zentimeter mehr als einem DIN A4 Zeichenpapier. Also ein eher schmales, aber dennoch ausreichend großes Design.


    Durch die Größe könnte ich jetzt allerdings nicht behaupten, dass man das Grafiktablett leicht transportieren könnte. Selbst in den meisten größeren Rucksäcken würde es keinen Platz finden, sodass du doch immer eine größere Tasche oder Koffer mit dir führen müsstest. Aber für das mobile Arbeiten ist es meiner Meinung nach ohnehin nicht ausgelegt, da es durch die vielen Kabel und den benötigten Rechner eigentlich nur stationäres Arbeiten komfortabel macht. Daher also kein Minuspunkt, sondern lediglich ein anderer Nutzungsanspruch.


    Wesentlich entscheidender ist nämlich ohnehin die tatsächliche aktive Arbeitsfläche – die Fläche, auf der du eigentlich zeichnest bzw. auf der dein Stylus (digitaler Zeichenstift) erkannt wird.


    Denn diese sollte eine gewisse Mindestgröße haben, damit du die verschiedenen Zeichenhaltungen für optimales Zeichnen einnehmen kannst. Mindestens bis aus dem Ellenbogen solltest du zeichnen können, um lange, selbstbewusste Linien ziehen zu können. (Mehr zu den Zeichenhaltungen für optimales Zeichnen erfährst du in meinem Kurs »Zeichnen lernen mit der S-Methode – Teil 1: Strichführung«). Dafür benötigt es meistens mindestens eine Arbeitsfläche zwischen DIN A5 und DIN A4 Papier Größe und ungefähr diesem Bereich entspricht auch die Arbeitsfläche des Tabletts.
    Arbeitsfläche – Deco Pro & Intuos Pro
    Zudem kommt beim Display-Tablett im Gegensatz zum Stift-Tablett noch hinzu, dass der Bildschirm, also die eigentliche Arbeitsfläche auch eine gewisse Größe, Qualität, Reflektionsschutz und eine gute Auflösung haben sollte, damit du dir nicht die Augen brichst bei komplexen Programm-Oberflächen, auch aus leicht schrägen Winkeln die Bildschirminhalte erkennst und damit du eine gute Farbqualität beim Zeichnen erreichst, die auch mit anderen Monitoren mithält.


    Insgesamt entspricht die Bildschirm-Auflösung des Innovator 16 Full HD, also 1920×1080 und bildet die Farbräume Adobe RGB zu 92%, NTSC zu 88% und sRGB zu 125% ab.


    Hier habe ich natürlich keine Vergleichswerte zu anderen Display-Tabletts, wie beschrieben, aber beim Arbeiten ist mir eigentlich kein Unterschied zu meinem IMac Monitor aufgefallen, der eine sehr gute Bildschirmqualität aufweist und mit dem ich bisher mit meinem Stift-Tablett sehr gute Ergebnisse erzielt habe. Von daher habe ich die Bildschirmqualität als extrem gut empfunden und keine störende Reflektivität erlebt, auch wenn das Display durchaus an sich gern noch ein paar Zentimeter größer hätte sein können, wie etwa bei meinem 21“ iMac, da es doch etwas schwerer für die Augen ist.


    Zudem kannst du aber den Bildschirm auch noch durch Helligkeitsregler an der Seite des Tabletts und Farbkalibirierung individuell anpassen.
    Rand -  Deco Pro & Intuos Pro
    Was mir hier jedoch bei der Größe nicht gefällt, ist, dass das Innovator 16 ähnlich dem Deco Pro M außerhalb des Arbeitsbereiches zu schmal und mit zu harten Kanten endet. Wenn man mal an den Rand des Arbeitsbereiches muss (und das kommt zum Beispiel bei Photoshop doch öfter vor, wenn man die Standard-Panels verwendet), dann liegt man unangenehm auf dem Tablett oder überhaupt nicht mehr auf dem Tablett auf. Da man aber vertikaler an dem Innovator arbeitet, ist das Ganze hier nicht so schlimm wie beim Deco Pro.

     

    Zusammengefasst besticht das Innovator 16 also durch einen großartigen Bildschirm mit einer akzeptabel großen Arbeitsfläche für das Zeichnen in allen Zeichenhaltungen.
    Rand -  Deco Pro & Intuos Pro

    4) Tasten & Rad

    Schnellzugrifftasten sind am Tablett 8 Stück vorzufinden, die du individuell mit verschiedenen Tastenkombinationen als Shortcuts belegen kannst, um Zeit beim Arbeiten zu sparen. Dabei befinden sich jeweils 4 oberhalb eines zusätzlichen Ring-/Rad-Elementes und 4 unterhalb.


    Die Meinung zu diesen Tasten geht unter Künstlern weit auseinander. Manche empfinden sie als nutzlos und arbeiten ausschließlich mit Tastatur-Shortcuts, andere nutzen hingegen nur die Grafiktablett Tasten und wiederum andere nutzen einen Mix aus beiden. Ich persönliche zähle mich zu letzteren. Ich nutze zu ca. 80% die Schnellzugrifftasten meines Grafiktabletts und dazu einige wenige Shortcuts meiner Standard-Tastatur. Und ich muss wirklich sagen, dass ich sie auf dem iPad trotz Gestensystem vermisse.


    Die Tasten des Innovator sind von Anordnung und Größe her hier ähnlicher zu meinem Wacom Intuos Pro im Gegensatz zum Deco Pro, weshalb ich die Umstellung als leichter empfand bzw. generell gefällt mir das Tasten-Layout sehr gut.


    Zusätzlich dazu haben einige der Tasten kleine, verschiedene Erhebungen in Form von Strichen auf den Tasten, was die haptische Erkennung der Tasten beim Zeichnen erleichtern soll ohne diese betrachten zu müssen und das funktioniert auch sehr gut.
     Intuos Pro & Deco Pro
    Wie bereits erwähnt, gibt es neben den Tasten noch ein weiteres Eingabe-Element bei diesem Display-Tablett – ein Rad, bei dem man zwei Einstellungen über zwei unterschiedliche Bedienungsarten einspeichern kann.


    Einerseits kannst du das Ganze als mechanisches Rad seitlich im oder gegen den Uhrzeigersinn drehen und andererseits kannst du auf der oberen Fläche, dem virtuellen Rad, über Touch eine weitere beliebige Trackpad-, Maus oder andere Bewegung ausführen.


    Ähnlich wie beim Deco Pro M Stift-Tablett, welches ein ähnliches Element besitzt, hat mich die Doppeleinstellung allerdings erneut überhaupt nicht überzeugt. Man kann es eigentlich nicht wirklich separat bedienen bzw. zumindest an das mechanische Rad kommt man viel zu leicht heran bzw. lässt es sich auch viel zu leicht bewegen. Dadurch löst man aber eben oft ungewollt die darauf eingespeicherte Aktion aus, was zu unschönen Ergebnissen führen kann. Entsprechend habe ich das mechanische Rad auch schnell ausgestellt und nur noch das virtuelle Rad ähnlich wie bei meinem Wacom Intuos Pro verwendet. Das hat dann aber ohne Probleme funktioniert und ich empfand es durch die kleinere Größe angenehmer als bei dem Deco Pro M.


    Das reine Set-Up für die Tasten bzw. die Bedienung des Tabletts hat sich nach anfänglicher Leichtigkeit, allerdings schnell als große Qual herausgestellt.
    Konfiguration Deco Pro
    Das Interface der Geräteeinstellungen war das Gleiche wie beim Deco Pro M – übersichtlich, größtenteils selbsterklärend und hat auch die Einstellungen scheinbar zunächst übernommen, aber bereits nach kurzer Zeit des Zeichnens in Photoshop hat sich mein aktives Werkzeug auf den Radierer fest geglitcht. Ich konnte kein anderes Werkzeug mehr auswählen. Da ich sowohl den neusten Treiber installiert hatte, als auch die neuste Version von PS, konnte es eigentlich nicht daran liegen. Zunächst startete ich meinen Rechner neu, was mir kurze Erleichterung verschaffte, da ich wieder die Werkzeuge wechseln konnte. Aber bereits nach kurzer Zeit trat das Problem erneut auf.


     
    Ich recherchierte anschließend im Internet und erfuhr, dass dies bereits ein bekanntes und leider verbreitetes Problem war (und nicht nur auf Photoshop bezogen), zu dem es allerdings noch keine wirkliche Lösung seitens XP-PEN gab. Schließlich bin ich in die Abgründe von verschiedenen Internet-Foren abgetaucht und habe die Tipps der User versucht umzusetzen.


    Doch auch die Installation einer älteren Version des Tablett-Treibers mit etwas schlechterem Programm-Interface und die erneute Installation einer älteren Version von Photoshop sowie einige andere Kniffe brachten bei mir nichts.


    Ich wollte schon fast aufgeben, als ich dann doch die Lösung gefunden habe (zumindest funktioniert bis heute alles ohne dass der Glitch noch einmal aufgetreten ist). Anscheinend glitcht sich das Werkzeug fest, sobald man einmal die Taste des Stiftes berührt, der zwischen Radierer und Pinsel Werkzeug wechseln soll, warum auch immer. Nachdem ich die Funktionalität dieser Taste ausgestellt habe (wohlgemerkt immer noch mit der älteren Treiber-Version, aber der aktuellen Photoshop Version), hat alles wieder funktioniert.


    An sich also ein verschmerzbares Problem, da ich diese Stift-Tasten sowieso nie nutze, aber oh my – darauf muss man eben auch erst einmal kommen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Nutzer dann eher ihr Tablett gefrustet wieder zurückschicken, anstatt zu versuchen das Problem doch noch irgendwie zu lösen – verständlicherweise.
    Konfiguration Deco Pro
    Zusammengefasst: Tolle Schnellzugrifftasten und ein gutes virtuelles Rad, aber kein zuverlässiges Set-Up. Da sollte XP-PEN meiner Meinung nach definitiv weitere Vorkehrungen treffen, den Fehler beheben und Hilfen auf ihrer Website ausschreiben.

    5) Stift (Stylus)

    Mit dem Innovator 16 erhältst du zusätzlich einen Eingabestift (= Stylus), mit dem du dann tatsächlich auf dem Bildschirm zeichnest.


    Dieser funktioniert batterielos. Das heißt, du kannst jederzeit mit dem Stift auf dem Tablett arbeiten und musst ihn nicht vorher aufgeladen haben (wie es zum Beispiel mit dem Apple Pencil der ersten beiden Generationen der Fall ist). Dazu befinden sich je 2 Schalter seitlich am Stift, auf denen du zum Beispiel die anderen Maustasten einstellen kannst, sodass du theoretisch nicht mehr auf eine extra Maus beim Arbeiten angewiesen bist (allerdings kann hier wie beschrieben ein unschöner Glitch auftreten, daher würde ich davon eher Abstand nehmen).


    Insgesamt liegt der Stift angenehm leicht in der Hand – leichter als der Stift meines Wacom Intuos Pro, was ich als positiv empfinde. Dafür kommt aber auch dieser Stift mit einer partiellen Gummi-Ummantelung, die mit der Zeit definitiv zu kleben beginnen wird. Aber da das dennoch ergonomischer ist als ohne und ich auch noch keine andere Variante bei einem Stylus gesehen habe, nehme ich das hier nicht als Minuspunkt.
    Stifte – intuos Pro & Deco Pro
    Neben den Stift selbst, bekommst du aber auch einen Stifthalter, in den du deinen Stift sozusagen zwischendurch ablegen kannst beim Arbeiten. Das ist sehr gut, da der Stift so nicht herum kullert und zum Beispiel auch eine Nutzung der Maus nicht stört. Denn wenn du den Stift direkt auf dein Grafiktablett legst, kommen sich beide Eingabegeräte oft in die Quere.


    Beim Innovator 16 erhältst du zudem 8 zusätzliche Ersatzstiftspitzen sowie ein ganzes Etui zum besseren Transport des Stiftes. So etwas habe ich mir immer für das Intuos Pro gewünscht, was man nämlich nur extra und für einen stolzen Preis käuflich erwerben kann. Dafür ein ganz fetter Pluspunkt für das Innovator 16.


    Was die Spitzenabnutzung betrifft kann ich an dieser Stelle beim Innovator 16 noch nicht viel sagen, da ich dafür das Tablett wesentlich länger (mindestens ein paar Monate bis 1 Jahr) testen müsste, aber bisher machen die Spitzen einen guten Eindruck bzw. die erste ist nur minimal abgenutzt.v
    Stylus & Zubehör – Intuos Pro & Deco Pro

    6) Arbeit mit dem Gerät

    Wie gut arbeitet es sich mit dem Grafiktablett? Bei diesem wohl entscheidendsten Merkmal spielen mehrere Faktoren eine Rolle – neben den bereits genannten, vorrangig Drucksensitivität, Neigungssensitivität und RPS (Report Rate per Second) sowie Versatz bzw. Genauigkeit des Stifttrackings.

    Drucksensitivität

    Je mehr Druckstufen ein Tablett besitzt, desto präziser kannst du zeichnen. Das bedeutet: Je nach dem Druck, den du beim Zeichnen ausübst, wird dieser präziser digital auf deine Linien übertragen. Für gewöhnlich passt du mit diesem Faktor die Helligkeit und zum Teil die Breite deiner Linien an. Sprich: Mehr Druck – dickere und dunklere Linien. Weniger Druck – dünnere und hellere Linien. Das Zeichnen wirkt dadurch natürlicher wie beim traditionellen Zeichnen. Im Umkehrschluss: Je geringer die Druckstufen, desto weniger natürlich wirst du zeichnen können.

     

    Laut technischer Angaben besitzt das Innovativ 16 8192 Druckstufen – ein qualitativ hoher Wert. Im Test konnte ich auch gute Strichstärken-Unterschiede über die Druckvariation erzielen und es hat sich nicht anders zu meinem Wacom Intuos Pro von der Qualität her angefühlt.
    Deco Pro M – Drucksensitivität Test
    Zeichentests mit dem Innovator 16 von XP-Pen (Standard-Hard-Rund-Pinsel in Photoshop)
    Deco Pro M – Zeichenbeispiel

    Neigungssensitivität

    Je höher die Neigungssensitivität deines Grafiktabletts bzw. eigentlich eher deines Stylus, desto besser werden selbst minimale Änderungen der Neigung deines Stiftes beim Zeichnen erkannt. So kannst du beispielsweise entweder feine, präzise Linien mit der Spitze oder eher flächig zeichnen, je mehr du den Stift neigst.


    Beim Innovator 16 wurde ein Wert von 60 Stufen bzw. 60° angegeben – ein guter Wert für präzise Neigungsunterschiede und das hat sich auch im Test bestätigt.


    Für mich ist dieser Faktor jedoch weniger entscheidend, da ich es ähnlich wie bei meinen traditionellen Zeichnungen präferiere, nur mit einer gleichbleibenden Linienstärke zu zeichnen oder aber die Linienstärke bzw. andere Eigenschaften über andere Wege zu modifizieren (zum Beispiel eben über die Schnellzugrifftasten oder eben den Druck).
    XP-Pen Deco Pro Stift Neigung

    RPS (Report Rate per Seconds) & Genauigkeit

    Laut Hersteller beträgt die RPS beim Innovator 1max ≥ 220RPS mit einer Genauigkeit von ±0.01 Zoll (von der Mitte aus)Eine Verzögerung konnte ich beim Zeichnen auf dem Tablett nicht feststellen. Meine Linien sind schnell und ziemlich genau an dem Punkt erschienen, an den ich den Stift auch angesetzt hatte. Darüber hatte ich ja zugegebenermaßen die meisten Bedenken, die sich schlussendlich aber absolut nicht bewahrheitet haben.

     

    Das einzige, was mir tatsächlich negativ aufgefallen ist, was aber Gewöhnungssache ist, war die fehlende Touch-Funktion. Aufgrund meines iPads war ich es immerhin mittlerweile gewohnt auf einem Display mit Touch-Gesten zu arbeiten und so habe ich intuitiv auch immer wieder versucht, ähnliche Gesten zu nutzen, die nur leider keine Aktionen ausgelöst haben.

     

    Alles in allem ist das Gerät aber definitiv qualitativ hochwertig konzipiert und ich hatte nach den anfänglichen Startschwierigkeiten wirklich viel Spaß beim Zeichnen, was man denke ich auch an meinem kleinem Testbild sehen kann *ahem*, welches dann doch etwas ausgeartet ist.

    7) Kompatibilität

    Wie die meisten Tabletts, unterstützt auch das Innovator 16 die gängigsten Betriebssysteme Windows 10/8/7, Linux und Mac OS X 10.10 (und höher) sowie darüber hinaus Chrome OS 88 (oder höher) mit der entsprechenden Zeichenprogramm-Software (Photoshop, Illustrator, Sai, Kreta, Blender, etc.). Als stationäres Tablett erfüllt das Tablett damit voll und ganz seinen Zweck.
    Android Support Deco Pro

    8) Anschluss

    Wer nur wenig Platz zur Verfügung hat und keine Lust auf Kabelsalat hat, der wird sich selbst mit dem Innovator 16 etwas schwer tun. Es kommt zwar mit einem 3-in-1-USB-Kabel, welches angeblich diesen Kabelsalat reduzieren soll, aber die Realität ist leider eine andere – zumindest war sie das für mich. Ich war erst einmal mächtig schockiert, als ich all die Anschlüsse gesehen habe, aber nach kurzer Recherche hat sich gezeigt, dass das scheinbar leider bei Display-Tabletts normal ist.


    Bei meinem Wacom Intuos Pro M Stift-Tablett genügt 1 USb-Kabel oder ein Bluetooth-Stecker ganz ohne Kabel und ich kann loszeichnen. Hier beim Innovator 16 und wohl eben auch bei anderen Display-Tabletts, muss man das Kabel vom Grafiktablett dreifach einstecken: einmal in den USB-Port des Rechners, einmal in den HDMI-Port des Rechners, (den mein iMac nur über einen angeschlossenen Adapter besitzt), um das Tablett als Zweitmonitor zu aktivieren und schließlich einmal noch in den Netzstecker, um das Tablett mit Strom zu versorgen, da dafür das USB-Kabel offenbar nicht genügt. Ich musste persönlich zusätzlich noch das Verlängerungskabel zwischenschalten, da der Netzstecker sonst nicht an die Steckdose gereicht hätte.


    Ja, alles ziemlich nervig, aber das lässt sich leider nicht vermeiden. Immerhin hat alles direkt funktioniert und ich hatte keine Probleme, dass Tablett als Zweitmonitor einzustellen, auch wenn ich dabei etwas traurig war, dass ich nun meinen eigentlichen Zweitmonitor nicht mehr verwenden konnte.
    Android Support Deco Pro

    9) Lieferumfang

    Auch wenn es sich hierbei nicht um ein entscheidendes Merkmal handelt, ist der Lieferumfang dennoch einen Blick wert.


    Neben den Standard-Grafiktablett-Materialien wie Schnellstartanleitung, Stift & Stifthalter, Ersatzspitzen und Kabel kommt das Innovator 16 nämlich u.a. mit einer kostenlosen Kreativ-Software (Art Rage 5, openCanvas oder Cartoon Animator 4 Pipeline Version stehen zur Auswahl), mit zahlreichen Adaptern für den Stecker, einem nützlichen Etui für den Stylus sowie einen wirklich angenehmen und qualitativ hochwertigen Zeichenhandschuh, über den ich mich erneut wirklich sehr gefreut habe (beim Deco Pro M war ebenfalls bereits einer dabei).


    Und last, but not least: Auch ein tragbarer Ständer ist im Lieferumfang mit enthalten, was bei Display-Tabletts essentiell ist, da du nicht die ganze Zeit über das Tablett gebeugt, sondern eher vertikal ergonomisch arbeiten möchtest. Allerdings muss ich hier leider sagen: Dieser taugt nicht viel. Man kann ihn eigentlich nicht großartig einstellen und die Standard-Neigung ist so gering, dass man eigentlich auch fast ohne Ständer arbeiten könnte – es würde keinen großen Unterschied machen.


    Für den Test musste ich deshalb einerseits mehrere Verpackungskartons unter das Tablett stellen, denn auch von der Höhe sollte man das Tablett nicht direkt auf dem Tisch verwenden – das würde einen Instant-Buckel garantieren. Und andererseits habe ich auch noch einige Sachen unter den Ständer des Tabletts gepackt, um die Neigung zu verstärken, sodass ich insgesamt eine ergonomischere Haltung einnehmen konnte beim Zeichnen.


    Natürlich kann man jetzt argumentieren: Es dient ja im Idealfall als stationäres Grafiktablett, sprich, dass man diesen aufwendigen Aufbau samt Kabelsalat nur einmal hat bzw. man sich auch einfach einen besseren Ständer kaufen könnte und dann belässt man das Ganze so. Wenn man aber, wie ich, den Schreibtisch auch anderweitig benutzen können möchte bzw. muss, dann muss man wohl oder übel dieses ganze Prozedere für Auf- und Abbau immer wieder wiederholen (selbst mit besseren Ständer) und das war für mich an dieser Stelle einfach leider schon das Ausschlusskriterium, auch wenn ich ansonsten, wie beschrieben, nach dem Anfangsproblem hervorragend mit dem Grafiktablett zeichnen konnte. Mit meinem Wacom Intuos Pro bin ich da wie gesagt einfach viel flexibler.


    Wer das Innovator 16 aber wirklich nur einmal aufbauen und seinen Schreibtisch quasi komplett auf das digitale Zeichnen allein einstellen möchte, den sollte dieser Punkt weniger stören.
    Lieferumfang Deco Pro

    10) Kosten

    Schließlich ist auch wichtig zu wissen: Was kostet der ganze Spaß? Hier war ich tatsächlich positiv überrascht, da ich nur die hohen Preise der Cintiq Modelle von Wacom auf dem Schirm hatte.


    Tatsächlich kannst du das Innovator 16 bereits für unter 500€ erwerben. Den genauen Preis kannst du hier einsehen*. Insgesamt ist das eine mehr als faire Summe für die hübsche und gute Hardware.

    Mein Fazit – XP-PEN Innovator 16

    Wie bereits angedeutet, wird es das Innovator 16* wohl leider nicht schaffen, meinem Wacom Stift-Tablett Intuos Pro M den Platz an meinem Arbeitsplatz strittig zu machen.


    Dafür ist es mir viel zu aufwendig im Aufbau, nimmt zu viel Platz auf meinem Schreibtisch weg samt Kabelsalat und ist auch generell zu wenig flexibel, da ich mein Tablett auch bei meiner Dozentur und Workshops an anderen Orten benötige. Außerdem konnte ich zwar das Set-Up-Problem scheinbar lösen, aber eine gewisse Unsicherheit besteht nach wie vor, ob nicht doch wieder so ein ärgerliches Problem in Zukunft auftritt.
    Lieferumfang Deco Pro
    Dennoch ein großes Aber: ABER wer keine derartige Flexibilität und keinen weiteren Platz am Schreibtisch benötigt bzw. diesen wirklich zu einem digitalen Zeichentisch umrüsten möchte und von dem Set-Up-Problem verschont bleibt, der wird pure Freude mit diesem wirklich guten Display-Tablett haben, was dem traditionellen Zeichnen deutlich näher kommt als jedes andere Stift-Tablett. Denn wie gesagt: Nachdem dann endlich alles einmal eingerichtet war und funktionierte, konnte ich auch fast nicht mehr davon lassen und habe in meiner ersten Session über 6 Stunden an dem Beispielbild durchgezeichnet. Ich bin also definitiv in den kreativen Flow gekommen und geblieben.


    Außerdem kostet das Tablett gerade einmal ca. 100€ mehr als das Stift-Tablett Intuos Pro M, welches ich von Wacom verwende.


    Deshalb kann ich hier dennoch meine Empfehlung aussprechen: Sowohl Zeichenanfängern und Zeichenprofis wird das Tablett unter Berücksichtigung der genannten Hürden wahrscheinlich trotzdem sehr gefallen.
    Und nun viel Spaß beim Zeichnen.
    Bleib kreativ und bis bald!
    Welches Grafiktablett besitzt du oder möchtest du nun kaufen?

     

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