Handlettering Layout und Komposition – Buch Review

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Lesezeit: 13 Minuten
Du möchtest Handlettering von Grund auf lernen oder dich darin verbessern? Dann könnte das Buch »Handlettering Layout und Komposition«* von Julia Winkler das Richtige für dich sein!

 

In diesem Beitrag habe ich das Buch einmal näher unter die Lupe genommen und zeige dir zusätzlich meine dadurch entstandenen Letterings zur Inspiration.

 

Das Buch wurde mir freundlicherweise kostenlos vom mitP-Verlag zur Verfügung gestellt. Dieser Post selbst ist allerdings unbezahlt und beinhaltet neben der Werbung meine ehrliche Meinung.
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Inhalt Buch – Zusammenfassung

Generell ist das Buch in fünf Sektionen mit je mehreren Kapiteln unterteilt, von denen die vierte Sektion den größten Teil ausmacht:

1. BauplanungDu bekommst eine Übersicht zum Thema Handlettering, dem Workflow, Zeichen-Material Empfehlungen sowie wertvolle Tipps zum Format & Ausrichtung deines Letterings.

2. BaumaterialWer Handlettering meistern will, muss auch die Grundlagen der Typografie beherrschen. Diese bekommst du hier zusammen mit Tipps zu Schmuckelementen erklärt.

3. StatikJedes Handlettering besteht in der kleinsten Einheit aus einzelnen Buchstaben und in der nächst höheren Ebene aus einen oder mehreren Worten. Mit vielen tollen Übungen lernst du spielerisch, wie du diese perfekt ausbalancieren, die passende Schriftart wählen und einfach optimal schreiben kannst.

4. HausbauVon der Ein-Wort-Gestaltung wirst du hier Schritt für Schritt an immer komplexere Handlettering Kompositionen mit vielen unterschiedlichen Anwendungsbeispielen und Projekten herangeführt.

5. DekorationHier erhältst du abschließende Tipps, wie du deine Handlettering Artworks noch besser in Szene setzen und zum Beispiel auch farbig gestalten kannst.

Alle Erklärungen werden dabei begleitet von professionell Handlettering-Beispielen, nützlichen Übersichten, Zusatz-Tipps und Hinweisen.
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Im Detail — Handlettering Buch

Wie du anhand der Übersicht bereits sehen konntest, verwendet die Autorin hier über das gesamte Buch hinweg die Metapher des Hausbaus zur Erklärung ihrer Konzepte – ein sehr gelungener Vergleich, wie ich finde, den ich selbst auch oft für das Zeichnen generell verwende.

 

Denn sowohl gute Zeichnungen als auch gute Handletterings stehen und fallen mit der grundlegenden Komposition – der Skizze, die die gestalterischen Grundlagen für den Gestaltungsauftrag auf den Punkt bringt.

 

Ein Satz aus dem Buch, der das Ganze gut zusammenfasst: »Wenn eine Komposition in schwarz-weiß nicht stimmig ist, wird die Farbe sie kaum retten können.« 

 

Ich möchte noch ergänzen: Der Fokus sollte auf der Skizze liegen. Alles andere – Reinzeichnung & Farbgestaltung – sind dann eigentlich nur noch Verfeinerung und Dekoration.

 

Entsprechend habe ich mich sehr gefreut, dass im Buch so viel Wert auf die »Basics« – die typografischen Grundlagen – gelegt wurde. Denn diese entscheiden über die Qualität der Handlettering Skizzen, werden jedoch in den meisten anderen Kreativ-Büchern übergangen oder zu oberflächlich oder trocken behandelt.

 

Bevor man sich also schlechte Lettering-Gewohnheiten aneignet, wird im Buch erst einmal erklärt, was es mit der Gestaltung und Gewichtung einzelner Buchstaben innerhalb eines Wortes selbst auf sich hat. Da fallen typografische Begriffe wie Kerning, Weißraum, Ober- und Unterlängen und einiges mehr, die ich natürlich bereits aus meinem Design-Studium kannte. Aber auch für den Anfänger sind sie leicht verständlich und nacheinander erklärt und können mit praktischen Beispielen leicht geübt werden.
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Besonders gefallen haben mir hier die Erklärungen zu »Text-Löchern« (störendem Weißraum in Worten und Texten), die hier auch grafisch gut nachvollziehbar mit kleinen Wölkchen dargestellt wurden – eine einfache, aber geniale Lösung dieses Konzept zu vermitteln, welches ich so noch nicht gesehen habe und was extrem einprägsam ist.

 

Aber auch sonst war das Lesen eine reine Freude: Immer, wenn ich dachte, »was soll jetzt noch kommen?« überraschte das Buch mit weiterem nützlichen Inhalt: sei es in Form von Übersichten, weiterer Tipps & wertvoller Texte oder toller Grafiken.

 

Besonders die Übersicht zum Kerning von Buchstaben oder das »Schnörkel-1×1« hätte ich mir selbst gern damals als Design-Studentin gewünscht.

 

Nach all den Vorbereitungen und typografischen Grundlagen geht es schließlich an’s Eingemachte: die eigentlichen Handletterings.

 

Dabei wird am Anfang der vierten, größten Sektion »Hausbau« ein Workflow-Konzept vorgestellt, welches sich auf alle Arten des Handletterings übertragen lässt – egal, ob Ein-Wort-Lettering oder scheinbar endlose Zitat-Letterings – und auf welches immer wieder Bezug genommen wird.

 

Sprich, zusammengefasst solltest du bei jedem Handlettering drei Entscheidungen treffen:
1. Hierarchie — Entscheide, welche Bedeutung die Worte deines Handletterings haben und ordne sie entsprechend in ein bis maximal drei Hierarchiebenen.

 

2. Emotion — Entscheide, welche Emotion die Worte deines Handletterings vermitteln sollen und wähle entsprechend passende Schriftarten und / oder Familien aus, die diese übertragen.

 

3. Form —Entscheide, welche Form dein Handlettering generell erhalten soll und ordne deine Worte bzw. Wort-Gruppen darin an. Achte dabei auf genügend Kontraste (z.B. groß-klein / dunkel-hell / rund-eckig).
Im Buch wird dir das alles natürlich noch wesentlich ausführlicher mit vielen Beispielen beschrieben.

 

Dabei ist der gesamte Prozess sehr experimentell. Im Buch wird dir immer wieder anschaulich nahe gelegt, dass du möglichst viele verschiedene Skizzen ausprobieren und deine Entwürfe Schritt für Schritt und nicht auf einmal verfeinern solltest, um auf eine wirklich gute Komposition zu kommen (ebenfalls ganz ähnlich zum Zeichnen).

 

Dabei spielt die Balance deines Handletterings die größte Rolle, die du durch das intelligente Füllen von störenden Löchern und bewusst gewählten Symmetrieachsen erreichst.
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Und so wirst du immer mehr an immer komplexere Handletterings herangeführt: Nachdem du deine ersten Buchstaben und Worte ausgeglichen hast, folgen kurze Texte wie Zwei-Wort-Kompositionen, mittellange Texte mit komplexeren Grids & Rastern, wie sie zum Beispiel als Zitate auf Grußkarten zu finden sind und schließlich lange Texte, bei denen du noch mehr in das Storytelling deines Handletterings eintauchst.

 

Wer dann immer noch nicht genug hat, erhält am Ende des Buches zudem Tipps für freiere Kompositionen, Dekorationen, weitere besondere Form- & Silhouetten-Letterings (wie Kreis- und Porträt-Anordnungen) und schließlich auch farbige Letterings.

 

Jedoch handelt es sich hierbei wirklich nur um einige inspirierende Beispiele und der größte Teil des Buches konzentriert sich auf Handletterings in schwarz-weiß. Das ist meiner Meinung nach und wie ebenfalls im Buch erklärt, aber auch völlig legitim bzw. sogar sinnvoller, da Farbe ein weiteres komplexes Element in die Komposition einbringt, welches auch erst einmal für sich gemeistert werden muss (ähnlich wie beim Zeichnen).
Wenn du zudem deine Handletterings mit Zeichnungen kombinieren möchtest, dann schau dir gern einmal mein kostenloses Zeichner-Kit an. Darin zeige ich dir die Grundlagen, die du zum Zeichnen lernen benötigst.

Beispiel – Handletterings

Natürlich habe ich selbst das Buch nicht nur gelesen, sondern viele der Übungen und Projekte selbst umgesetzt, damit du dir noch ein umfassenderes Bild machen und dir noch mehr Inspiration holen kannst. Hier zum Beispiel einige der anfänglichen Wortgestaltungs-Übungen:
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    Für die komplexeren Handletterings habe ich mir zunächst natürlich erst einmal überlegt, für was ich diese genau anfertigen möchte. Denn ein Projekt mit einem klaren Ziel und einer direkten Anwendung ist immer besser als reine Kopie.

     

    Schnell kam ich darauf, dass ich ein paar Letterings als Goodies für meine S-Art School erstellen wollte. Sprich: Letterings, die ich beim Packaging und Marketing off- und online für meine Produkte der S-Art School verwenden kann.

     

    Hier siehst du einige der Entwürfe und Ideenskizzen, die dabei entstanden sind:
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    Ausarbeitung Handlettering

    Schlussendlich habe ich mehrere Ideen davon mit den Tipps aus dem Buch weiter ausgearbeitet. Entstanden sind folgende Motive:
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    Der Prozess hat extrem viel Spaß gemacht und ich habe mich wirklich regelrecht in das Buch verliebt. Sicherlich werde ich ab jetzt noch öfters darin nachschlagen und meine eigenen Handletterings damit verbessern. 🙂

    Fazit Buch

    Insgesamt gebe ich dem Buch »Handlettering Layout & Komposition«* von Julia Winkler (mitP Verlag) 5 von 5 Sternen.
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    Positive Aspekte

    • Extrem gute Struktur – Konzepte damit sehr gut erfassbar & nachhaltig lernbar
    • Umfassend – auf den Punkt gebrachte, inhaltsreiche Texte mit vielen wertvollen Zusatz-Tipps, Übersichten & Übungen
    • Top Tutorials – eine große Anzahl an gut nachvollziehbaren Schritt-für-Schritt-Grafiken & Texten
    • Profi-Künstlerin – inspirierende Beispiele von sehr hoher Qualität & sympathische Texte
    • Vorlagen – viele alternative Grafiken zur Inspiration & Übung

    Negative Aspekte

    • Meckern auf hohem Niveau: Das Buch konzentriert sich eher auf Handletterings in schwarz-weiß. Es gibt zwar auch eine »Farb-Sektion« am Ende, aber diese fällt eher klein aus.
    Selten war ich inhaltlich so hin und weg von einem Kreativ-Buch. Von allen Handlettering-Büchern, die ich bisher gelesen habe (und das waren einige) kann ich mit Fug und Recht behaupten: Das ist mit Abstand das beste! Inhaltlich steckt so unglaublich viel wertvoller und gut gegliederter Content drin, dass sich sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene mit jeder Seite allein mehrere Stunden beschäftigen und daraus sehr viel Mehrwert ziehen können – und das ohne dass dabei Langeweile aufkommt! Denn die sympathischen Texte und großartigen Handletterings bieten mehr als genug Inspiration.

     

    Zusammengefasst: Ein rundum gelungenes Handlettering Buch, in dem mehr steckt, als man auf den ersten Blick erahnen kann und welches meiner Meinung nach alle Illustratoren (egal, welche Spezialisierung) im Regal stehen haben sollten.
    Und nun viel Spaß beim Lesen & Lettern!
    Bleib kreativ und bis bald!
    Hast du selbst bereits Handlettering ausprobiert?

     

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